CONCOURS GÉZA ANDA 2018

CONCOURS GÉZA ANDA 2018

GÉZA ANDA FESTIVAL 2016

HORTENSE ANDA

HORTENSE ANDA-BÜRLE

Teilnehmer

Pietro De Maria#

Pietro De Maria

  • Pietro De Maria
  • Italien
  • Alter: 52
  • männlich
  • Profilaufrufe: 9702
  • Concours (Platzierung): 1994 (1.)
Über mich:

„Dank des Wettbewerbs und dessen Gründerin, Frau Hortense Anda, lernte ich Géza Andas interpretatorisches Genie kennen. Seine Spielweise zu entdecken, eröffnete mir neue musikalische Horizonte.“

 

Nach der Auszeichnung mit dem Kritikerpreis 1990 beim Moskauer Tschaikowsky-Wettbewerb gewann Pietro De Maria Erste Preise bei renommierten Klavierwettbewerben wie dem Dino Ciani-Wettbewerb (1990) an der Mailänder Scala und dem Concours Géza Anda (1994) in Zürich. 1997 wurde ihm in Hamburg der Mendelssohn-Preis zugesprochen.

 

Pietro De Marias rege Konzerttätigkeit führt ihn in die bedeutendsten Säle und Festivals Europas und Übersee; als Solist ist er unter Dirigenten wie Roberto Abbado, Gary Bertini, Myung-Whun Chung, Vladimir Fedoseyev, Daniele Gatti, Alan Gilbert, Eliahu Inbal, Marek Janowski, Ton Koopman, Michele Mariotti, Ingo Metzmacher, Gianandrea Noseda, Corrado Rovaris, Yutaka Sado, Sándor Végh und Jonathan Webb aufgetreten. Zudem ist er regelmäßig mit namhaften Kammermusikpartnern zu hören.

 

1967 wurde De Maria in Venedig geboren, wo er auch seine pianistische Ausbildung genoss. Sein Talent zeigte sich früh: bereits mit 13 Jahren gewann er den 1. Preis beim Internationalen Klavierwettbewerb Alfred Cortot in Mailand. Später setzte er seine Studien bei Maria Tipo am Genfer Konservatorium fort, wo er 1988 mit einem “Premier Prix de Virtuosité“ abschloss.

 

Sein Repertoire umfasst Werke von Bach bis Ligeti. Er ist der erste italienische Pianist, der das gesamte Klavierwerk von Chopin in Konzerten zur Aufführung brachte. In den letzten Jahren setzte er einen Schwerpunkt auf die Werke von Bach und nahm beide Bände des Wohltemperierten Klaviers sowie die Goldberg-Variationen in sein Konzert-Repertoire auf.

 

Seine CD-Einspielungen des gesamten Klavierwerks von Chopin sowie Bachs WTK und der Goldberg-Variationen finden bei Kritikern und der Fachpresse – Diapason, International Piano, MusicWeb-International, Pianiste – viel Anerkennung und Beifall.

 

Pietro De Maria ist Akademiemitglied von Santa Cecilia und unterrichtet an der Universität Mozarteum in Salzburg. Er gehört dem Dozententeam von La Scuola di Maria Tipo an, ein Ausbildungsprojekt, welches von der Accademia di Musica di Pinerolo initiiert wurde.

 

 

> www.pietrodemaria.com

 

Den italienischen Pianisten Pietro De Maria hat man international seit seinem Gewinn des Zürcher Géza Anda-Wettbewerbs nicht wirklich viel wahrgenommen. Vor allem in Deutschland tritt dieser 1967 in Venedig geborene Pianist nur selten in Erscheinung. In Italien dagegen ist er ein angesehener Künstler, der zudem an unterschiedlichen Akademien unterrichtet.

 

Seit 2007 entsteht bei der Decca Italien eine Kompletteinspielung aller Chopin-Klavierwerke. Eine gross angelegte Serie also, die beständig voranschreitet. Mittlerweile liegen die Walzer, die drei Sonaten, die Etüden, Préludes sowie die Impromptus und Balladen auf insgesamt fünf CDs vor. Aufgenommen sind auch bereits alle noch fehlenden Werke, mit deren Veröffentlichung man also bald rechnen kann. Und wenn man De Marias Chopin-Spiel hört, dann ist man begeistert. Kein Wunder, hat der Pianist sich doch auch schon in Konzertzyklen öffentlich der Aufgabe gestellt, diese Werke zu spielen, in Turin, in Florenz, in Palermo und im vergangenen Oktober und November auch im französischen Festival "Piano en Valois". Dabei folgt er derselben Struktur, die seinerzeit auch Nikita Magaloff schon mit sechs Konzerten aufstellte. Mit viel Sinn für die jeweiligen Klanglichkeiten vermag er einen wunderbar kraftvollen (Etüden) oder aber erzählerischen Chopin-Stil zeigen (Balladen). Immer scheint sich Pietro De Maria mit den Tempi genauestens beschäftigt zu haben, überzieht diese nie, sondern kann mit seiner Tiefendeutung die Seele der Musik zur Geltung bringen, die so unsteten Untiefen des Chopin'schen Denkens zutage befördern, ohne dabei das wunderbare Moment des Tempo Rubato ausser Acht zu lassen. Und dieses beherrscht er wirklich famos, auch wenn er dabei vielleicht nicht ganz an die beiden Chopin-Heroen Paderewski und Arthur Rubinstein heranreicht. Vor allem aber besticht seine dynamische Gestaltung, weiss er doch um die Sinnlichkeit, die Chopin selbst mehr bevorzugte als den harten direkten Klang, wie dies bei seinen ursprüglichen Pleyel-Instrumenten der Fall war. Zudem war Chopin selbst ja eher ein Freund des intimen Spiels, und so ist De Marias Pianissimo ein klanglich immer noch volles Spiel, das aber wie von ferne sich in den dramatischen Stellen zu einem hiesigen Klanggebilde aufbaut.

 

Warum Decca diese CDs nicht international vertreibt, ist eine Frage, die hier nicht beantwortet werden kann. Aber Chopin-Freunde sollten sich dennoch davon nicht abhalten lassen und die CDs über www.ibs.it, www.sicolandmail.it oder www.discantica.it bestellen, denn hier entsteht eine Chopin-Gesamteinspielung, wie man sie lange nicht mehr gehört hat - und vor allem eine, die von einem jungen Pianisten vorgenommen wurde. Dies ist heutzutage mehr als selten.

 

Piano News - Januar/Februar 2010 - Carsten Dürer

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